Es gibt viele Wege, um von Österreich ins Nachbarland Slowenien zu kommen. Einfach und schnell ist der Karawankentunnel, landschaftlich wunderschön ist der Wurzenpass, aber wenn es schnell und schön sein soll, dann ist der Loiblpass die bessere Wahl. Ljubeli heißt der Loiblpass in Slowenien und die Passstraße führt über die Karawanken vom österreichischen Kärnten bis nach Oberkrain in Slowenien. Der Loiblpass liegt auf einer Höhe von 1.367 m im östlichen Teil der Karawanken, nicht weit entfernt vom Hohenstuhl. Der Pass beginnt auf österreichischer Seite in Ferlach und er endet in Tržič, das früher Neumarktl hieß.

Viele Jahrhunderte lang war der Loiblpass der wichtigste Übergang zwischen Österreich und Slowenien. Erst als der Karawankentunnel eröffnet wurde, verlor der Loiblpass mehr und mehr an Bedeutung, zumal nur Autos über den Loiblpass fahren dürfen, die weniger als 3,5 Tonnen wiegen, und auch Autos mit einem Wohnwagenanhänger sind auf der steilen und zum Teil sehr engen Passstraße nicht erlaubt. Der Güterverkehr fährt durch den modernen Tunnel, wer aber ein bisschen Zeit mitbringt und die herrliche Landschaft der Karawanken genießen möchte, der sollte unbedingt über den geschichtsträchtigen Loiblpass fahren.

Die spannende Geschichte des Loiblpasses

Loibl-PassDie Geschichte des Loiblpasses reicht zurück bis in die Zeit der Römer. Schon damals war der Pass über die Karawanken ein sehr beliebter Handelsweg von Virunum, dem heutigen Zollfeld auf der Kärntner Seite, nach Emona, dem späteren Laibach und heutigen Ljubljana auf der slowenischen Seite. Zunächst wurde nur vermutet, dass die Römer auf diesem Weg die Berge überquert haben, erst zwei archäologische Funde, zwei Altäre, die der altrömischen Göttin Belestis geweiht waren, brachten die Gewissheit, dass der heutige Loiblpass schon in der Antike genutzt wurde. Noch heute können die beiden Altäre besichtigt werden. Einer befindet sich in einer kleinen Wegkapelle bei der Leonhardkirche im Loibltal, der andere steht in einer Pfarrkirche in Unterloibl. Als das Römische Reich nicht mehr existierte, verlor auch der Pass über die Karawanken seine Bedeutung und wurde wieder ein Teil der Natur.

Es dauerte bis ins 12. Jahrhundert, bis der Loiblpass wieder an Bedeutung gewann. Berthold von Aquileja vermachte das Loibltal dem Kloster Viktring und der Stift musste sich im Gegenzug dafür verpflichten, das Hospiz in Loibl zu betreuen. Dazu war aber der Weg über die alte Passstraße notwendig und das Kloster schaffte es nicht, den über die Jahrhunderte verwilderten Pass zu erhalten. Aus diesem Grund ging die Passstraße im Jahre 1488 an die Herrschaft Hollenburg, der es schließlich gelang, den Weg über die Berge zu erhalten. Bis ins späte Mittelalter wurde der Weg genutzt und um 1560 sogar erweitert.

Auf Befehl des Kaisers

Es war die Stadt Klagenfurt, die sich später dem Loiblpass annahm, weil der Pass eine schnelle und vor allem eine sehr günstige Möglichkeit bot, um den Hafen von Triest zu erreichen. Es wurden sogar 20.000 Gulden in den Loiblpass investiert, dafür war die Straße aber danach so breit, dass ein sechsspänniger Wagen keine Schwierigkeiten hatte auf dem Pass zu fahren. Im Jahre 1573 war der neue Loiblpass auf der Kärntner Seite fertiggestellt und es gab zwei Mautstellen, eine am Kleinen Loibl und eine in Unterloibl. Dazu kam der Bau der sogenannten Teufelsbrücke, die den Weg noch einmal stark verkürzte.

Neben dem eigentlichen Pass wurde sogar ein kleiner Tunnel auf der Passhöhe gebaut, der aber wegen hoher Einsturzgefahr wieder geschlossen wurde. Als 1728 Kaiser Karl VI. den Pass überquerte und diese Überquerung vielleicht nicht so gut verlief wie geplant, entschloss er sich den Ausbau des Loiblpasses zu fördern. So bekam der Pass eine Kunststraße, die vor allem von Wien nach Triest gerne und viel benutzt wurde. Um den Kaiser und seine Beziehung zum Loiblpass gibt es eine nette Geschichte.

Als der Kaiser auf dem Loiblpass unterwegs war, machte er Quartier in einem Wirtshaus im Bodental, einer Abzweigung des Passes. Er wollte mit den Einheimischen ins Gespräch kommen und sprach deshalb einen Mann an, um sich nach dessen Lebensumständen zu erkundigen. Leider sprach der Mann nur slowenisch, was der Kaiser nicht verstand. Nur der Wirt Peter Tschauko sprach deutsch und der Kaiser war von der Unterhaltung mit dem Wirt so begeistert, dass er ihn nur noch als Deutscher Peter ansprach. Bis heute trägt der Gasthof den Namen Deutscher Peter und der älteste Sohn der jeweiligen Wirtsfamilie bekommt noch immer den Vornamen Peter.

Loiblpass und die Tscheppaschlucht

Der Loiblpass ist wie der Wurzenpass auch, von einer herrlichen Landschaft umgeben. Wer auf dem Loiblpass unterwegs ist, der sollte sich deshalb ein wenig Zeit lassen, um diese Naturlandschaft genießen zu können. Eines der Naturwunder ist aber die Tscheppaschlucht. Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein und so wurde im Verlauf von Millionen von Jahren aus dem einst kleinen Loiblbach eine gewaltige Schlucht. Besucher können die Schlucht über Stege, Leiter und kleine Brücke besuchen, der Ausgangspunkt für eine Begehung der Tscheppaschlucht ist das Gasthaus zum Deutschen Peter im Bodental. Menschen, die Höhenangst haben oder nicht so ganz schwindelfrei sind, sollten sich einen Gang durch die Schlucht allerdings überlegen, denn es geht recht steil rauf und wieder runter.

Rund zwei Kilometer lang ist die Tscheppaschlucht, die vom sogenannten Goldenen Brünnl talaufwärts bis zur Mündung des Bodenbachs in den Loiblbach reicht. In der Schlucht wachsen einige Pflanzen wie die Felsenbirne, der Frauenschuh und auch der Silberwurz, die es sonst kaum noch in den Karawanken gibt. Die Tscheppaschlucht ist auch kein leiser Ort, denn in nur einer Sekunde rauschen rund 500 Liter Wasser unter großem Getöse ins Tal.

Der Loibltunnel

LoiblpassDer Loibltunnel ist ein Teil des Loiblpasses und wurde schon 1560 in einer Länge von 150 m erbaut. Im 17. Jahrhundert wurde ein neuer Tunnel geplant, aber diese Pläne wurden erst 1942 in die Tat umgesetzt. Ein Jahr später war der Durchbruch geschafft und 1944 wurde der Tunnel eröffnet. Der Loibltunnel ist ein dunkles Kapital des Loiblpasses, denn der Tunnel wurde von Zwangsarbeitern und Häftlingen aus dem KZ Mauthausen gebaut.

Heute erinnert eine Gedenktafel auf der österreichischen Seite und ein Denkmal auf der slowenischen Seite an den Bau des Tunnels und seine traurige Geschichte. Dort können auch heute noch die Gebäude besichtigt werden, in denen die Arbeiter wohnen mussten.

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